Anleitungen

Untersuchung eines Gewaltopfers

Die folgenden Anleitungen sollen Ihnen diese verantwortungsvolle Aufgabe erleichtern!

Als Ärztinnen und Ärzte behandeln Sie mit großer Wahrscheinlichkeit Opfer von Gewalt und wissen es eventuell gar nicht. Viele Opfer – insbesondere sexualisierter und häuslicher Gewalt – geben sich aus den unterschiedlichsten Gründen nicht zu erkennen: Innerhalb von familiären bzw. intimen Beziehungen misshandelte Personen haben oft Angst, ihre Familie oder ihr Zuhause zu „zerstören“. Vor allem Kinder und alte Menschen können oder wollen oft nicht über erlittene Misshandlungen berichten. In dieser Situation eine Misshandlung zu diagnostizieren und sich richtig zu verhalten, ist ohne Zweifel eine der schwersten und verantwortungsvollsten ärztlichen Aufgaben. Jedoch brauchen gerade diese Patienten eine optimale, interdisziplinäre Versorgung, um das erhebliche Risiko physischer, psychischer und sozialer (Spät-)Folgen zu mindern.

Anzeichen für Gewalt erkennen

Viele Gewaltopfer bleiben unentdeckt; Betroffenen fällt es oft schwer, das Erlebte anzusprechen. Hier erfahren Sie, worauf Sie achten können, um Opfer von Gewalt zu erkennen.

Thema „Gewalt“ ansprechen

Ärztinnen und Ärzten fällt es oft schwer, das Thema „Gewalt“ anzusprechen. Hier bekommen Sie Hilfestellungen, die Ihnen ein solches Gespräch erleichtern können.

Körperliche Untersuchung

Die körperliche Untersuchung von Gewaltopfern erfordert oft Fingerspitzengefühl. Hier erhalten Sie Ratschläge, wie die Untersuchungssituation möglichst angemessen gestaltet werden kann.

Gerichtsfest beschreiben und fotografieren

Wichtiger Bestandteil der Gewaltopferversorgung ist die gerichtsfeste Befunddokumentation. Hier finden Sie Informationen und Beispiele zur schriftlichen und fotografischen Dokumentation von Befunden.

Asservierung und Umgang mit Asservaten

In vielen Fällen von Gewalt kann die Asservierung von Proben sinnvoll sein. Hier zeigen wir, worauf Sie bei der Gewinnung von Asservaten achten müssen.

Verletzungen korrekt beurteilen

Neben der reinen Beschreibung ist oft auch Ihre ärztliche Einschätzung der beobachteten Verletzungen gefragt. Hier erhalten Sie Hinweise zur fachgerechten Beurteilung zu Fragen wie der Gefährlichkeit von Befunden.

Kontakt zu Rechtsmedizin, Polizei, Hilfsorganisationen

Je nach Bedürfnissen des Gewaltopfers kann eine Anbindung an weitere Stellen sinnvoll sein, beispielsweise an Hilfsorganisationen, rechtsmedizinische Institute oder Behörden wie Polizei oder Jugendamt. Hier erfahren Sie, wie Sie vorgehen können.