Asservieren

Die Frage, ob Spuren gesichert oder anderes Untersuchungsmaterial asserviert werden sollte, hängt stark vom Einzelfall ab. Am häufigsten kommt die Gewinnung von Untersuchungsmaterial für molekulargenetische Untersuchungen oder die Asservierung von Material für chemisch-toxikologische Untersuchungen infrage:

Untersuchungsmaterial

 

Molekulargenetische Untersuchungen

Ergeben sich Anhaltspunkte dafür, dass DNA der Täterin bzw. des Täters auf den Körper des Opfers oder auf Bekleidung o.ä. übertragen wurde (insbesondere bei Sexualdelikten, aber auch bei Bissen, Würgen mit bloßen Händen, Kratzwunden etc.), sollte Material für molekulargenetische Untersuchungen gewonnen werden. Hierfür sollten selbsttrocknende Watteträger genutzt werden. Bei Verwendung von nicht-selbsttrocknenden Watteträgern müssen diese getrocknet und anschließend (!) möglichst in luftdichter und kontaminationsfreier Verpackung gelagert werden.

  • Nehmen Sie Abstriche von jeder (!) Körperstelle, an der ein DNA-Übertrag möglich ist.
  • Bei Abstrichen von der Schleimhaut oder Abrieben aus feuchten Arealen den trockenen Watteträger nutzen.
  • Bei Abrieben von der trockenen Haut den Watteträger mit sterilem Aqua dest. oder NaCl leicht anfeuchten (nicht durchtränken!).
  • Bei Sexualdelikten mit unklarem Hergang (z.B. bei Bewusstlosigkeit des Opfers) empfiehlt es sich, eine umfassende Abstrich-Asservierung vorzunehmen:
    • oral, je 1x aus jeder Wangentasche
    • Hals, seitengetrennt
    • Brüste, seitengetrennt
    • Unterbauch
    • Scheidenvorhof
    • Vorderes Scheidengewölbe
    • Hinteres Scheidengewölbe
    • Muttermund
    • Oberschenkel innen, seitengetrennt
    • Anal

 

Chemisch-toxikologische Untersuchungen

  • Nativblut (mind. 2 x 5 ml)
  • Urin (mind. 100 ml)
  • Gegenstände (wie Gläser etc.)

Die Asservate müssen gekühlt gelagert und möglichst umgehend einem geeigneten Labor übersandt werden.

  • ggf. Haare (200-300 mg)
    • Kopf- oder Schamhaar
    • Haaransätze und Haarspitzen markieren (s. Abb.)
    • nicht direkt mit Klebstreifen befestigen (s. Abb.)
    • evtl. 2. Haarprobe nach 3 – 4 Wochen

haare